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Leo mit Glasfaserkabel

Lesedauer: 3 min

Was ist Glasfaser? Funktionsweise, Vorteile und Verfügbarkeit einfach erklärt

Glasfaser ist eine Technologie zur Datenübertragung, bei der Informationen mithilfe von Lichtsignalen durch sehr dünne Fasern aus Glas übertragen werden. Anders als bei DSL werden die Daten also nicht über elektrische Signale in Kupferleitungen transportiert.

Dadurch lassen sich hohe Bandbreiten über große Entfernungen zuverlässig bereitstellen. Doch was bedeutet Glasfaser genau, wie funktioniert die Technik und braucht man einen Glasfaseranschluss überhaupt? Wir erklären Ihnen die wichtigsten Grundlagen, Unterschiede zu DSL und Kupfer sowie die zentralen Begriffe rund um das Glasfasernetz verständlich und ohne unnötigen Fachjargon.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Glasfaser genau?


Glasfaser bezeichnet eine Übertragungstechnologie, bei der Daten als Lichtsignale durch sehr dünne Lichtwellenleiter aus Glas transportiert werden. Dadurch sind hohe Datenraten bei gleichzeitig geringer Signalabschwächung möglich.

Ein Glasfaserkabel besteht nicht einfach aus einem einzigen dicken Glasstrang. Im Inneren befinden sich sehr dünne Fasern, durch die optische Signale übertragen werden. Diese Lichtsignale transportieren die digitalen Informationen durch das Netz.

Entscheidend ist dabei, wie weit die Glasfaser tatsächlich reicht. Bei einem FTTH-Anschluss (Fiber to the Home) wird die Glasfaser bis in das Haus beziehungsweise bis zur Wohneinheit geführt. Erst dadurch entsteht eine durchgängige Glasfaserverbindung auf der letzten Strecke zum Nutzer.

Bei anderen Ausbauformen endet die Glasfaser früher. Bei FTTB reicht sie beispielsweise bis in das Gebäude, bei FTTC nur bis zu einem Verteiler in der Nähe des Grundstücks. Die verbleibende Strecke kann dann weiterhin über Kupferleitungen verlaufen.

👉 Viele weitere Begriffe finden Sie auch in unserem Leoxikon.

Wie funktioniert die Datenübertragung über Glasfaser?

Bei Glasfaser werden digitale Informationen in optische Signale umgewandelt, über Lichtwellenleiter übertragen und am Ziel wieder in Datensignale für die angeschlossenen Geräte umgesetzt.

Vereinfacht lässt sich der Weg so vorstellen: Daten gelangen aus dem übergeordneten Netz über leistungsfähige Glasfaserverbindungen in die jeweilige Region und werden von dort bis zum einzelnen Anschluss weitergeführt. Bei FTTH reicht dieser optische Übertragungsweg bis zum Gebäude beziehungsweise in die Wohneinheit.

Am Ende der Glasfaserverbindung befindet sich je nach Aufbau beispielsweise ein ONT (Optical Network Termination). Dieses Gerät nimmt die optischen Signale auf und stellt die Verbindung zur weiteren Netzwerktechnik her. Vom ONT gelangen die Daten zum Router, der die Internetverbindung anschließend per LAN oder WLAN an Ihre Geräte verteilt.

Ist Glasfaser schneller, weil Licht schneller ist?

Häufig wird die Geschwindigkeit von Glasfaser damit erklärt, dass sich Licht besonders schnell bewegt. Ganz so einfach ist es technisch nicht.

Auch elektrische Signale in Kupferleitungen breiten sich sehr schnell aus. Der entscheidende Vorteil der Glasfaser liegt vor allem darin, dass sich über optische Fasern sehr große Bandbreiten mit geringer Dämpfung und ohne elektromagnetische Störungen übertragen lassen.

Dadurch können Glasfasernetze hohe Datenraten auch über größere Entfernungen bereitstellen, ohne dass die Leistung so stark von der Leitungslänge abhängt wie bei kupferbasierten DSL-Anschlüssen.

Die wichtigsten Begriffe rund um Glasfaser

Wer sich erstmals mit Glasfaser beschäftigt, trifft schnell auf viele Abkürzungen. Die wichtigsten Begriffe lassen sich jedoch einfach einordnen:

  • FTTH/Fiber to the Home: Die Glasfaser reicht bis in das Haus beziehungsweise bis zur Wohneinheit. FTTH ist damit die konsequenteste Form des Glasfaserausbaus.
  • HÜP/Hausübergabepunkt: Der HÜP bildet die Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Glasfasernetz und der Verkabelung innerhalb des Gebäudes. Fachlich wird er auch als Abschlusspunkt Linientechnik bezeichnet.
  • ONT/ Optical Network Termination: Das ONT befindet sich am Ende der optischen Verbindung und stellt die Verbindung zwischen Glasfasernetz und der weiteren Netzwerktechnik her.
  • Backbone: Als Backbone bezeichnet man besonders leistungsfähige Hauptverbindungen eines Telekommunikationsnetzes. Sie transportieren große Datenmengen zwischen Regionen und wichtigen Netzknoten.
  • Bandbreite: Die Bandbreite gibt an, wie viele Daten innerhalb einer bestimmten Zeit übertragen werden können. Angegeben wird sie üblicherweise in Mbit/s oder Gbit/s.
  • Latenz: Sie beschreibt die Verzögerung bei der Datenübertragung. Eine niedrige Latenz ist beispielsweise bei Videokonferenzen, Cloud-Anwendungen oder Online-Gaming von Vorteil.
  • Open Access: Bei einem offenen Glasfasernetz können grundsätzlich auch andere Diensteanbieter Zugang zur vorhandenen Infrastruktur erhalten, sofern entsprechende Vereinbarungen bestehen. Dadurch können Infrastruktur und angebotene Internetdienste voneinander getrennt werden.

Glasfaser vs. klassisches Internet: Was ist der Unterschied zu Kupfer und DSL?

Der wichtigste Unterschied zwischen Glasfaser und DSL liegt im Übertragungsmedium: Glasfaser transportiert Daten optisch, DSL nutzt auf der letzten Strecke Kupferleitungen. Glasfaser ermöglicht dadurch wesentlich höhere Bandbreiten und ist weniger abhängig von der Leitungslänge.

KriteriumGlasfaser/FTTHDSL/Kupfer
ÜbertragungLichtsignaleelektrische Signale
Typische Bandbreitebis in den Gigabit-Bereich und technisch darüber hinaus skalierbarje nach DSL-Technik deutlich stärker begrenzt
Einfluss der Entfernungvergleichsweise geringkann deutlich sein
Elektromagnetische StörungenGlasfaser selbst unempfindlichKupferleitungen können beeinflusst werden
Uploadhohe Upload-Raten möglichmeist deutlich niedriger als Download
Zukunftsfähigkeithohe technische Reservenphysikalische Grenzen der Kupferleitung

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein DSL-Anschluss automatisch schlecht ist. Wenn Sie beispielsweise allein leben, nur wenige Geräte verwenden und über einen stabilen DSL-Anschluss ausreichend Bandbreite erhalten, können Sie damit aktuell durchaus gut versorgt sein.

Die Unterschiede werden vor allem dann relevant, wenn mehrere Personen gleichzeitig streamen, Videokonferenzen führen, große Dateien übertragen, Cloud-Dienste nutzen oder wenn die bestehende Kupferleitung aufgrund ihrer Länge nur begrenzte Datenraten ermöglicht.

Wer den technischen Vergleich genauer betrachten möchte, findet weitere Informationen in unserem Beitrag „Glasfaser oder Kupfer/DSL?“.

Ist Glasfaser überall verfügbar?

Nein. Ob Glasfaser verfügbar ist, hängt von Ihrer konkreten Adresse und vom jeweiligen Ausbaugebiet ab. Deshalb sollte die Verfügbarkeit immer adressgenau geprüft werden.

Gerade außerhalb der Ballungsräume ist die Situation sehr unterschiedlich. Manche Gemeinden verfügen bereits über ein aktives Glasfasernetz, andere befinden sich in der Vermarktung, Planung oder Bauphase.

👉 Verfügbarkeit prüfen und Tarif wählen.

Was kostet ein Glasfaseranschluss?

Die Kosten eines Glasfaseranschlusses setzen sich grundsätzlich aus zwei Bereichen zusammen: möglichen Kosten für den Glasfaser-Hausanschluss und den laufenden Kosten des gewählten Internet-Tarifs.

Der Glasfaser-Hausanschluss betrifft die bauliche Verbindung des Grundstücks beziehungsweise Gebäudes mit dem Glasfasernetz. Besonders während einer laufenden Ausbauphase können hierfür Aktionskonditionen gelten. Unsere aktuellen Angebote finden Sie in den LEO HOME+ FIBER-Tarifen. Je nach gewünschter Bandbreite unterscheiden sich die späteren regulären monatlichen Preise.

Neben dem Preis lohnt sich auch ein Blick auf die gewünschte Bandbreite. Nicht jeder Haushalt benötigt automatisch die höchste verfügbare Geschwindigkeit. Entscheidend sind vor allem die Anzahl der Nutzer, die gleichzeitig verwendeten Geräte und Anwendungen wie Streaming, Homeoffice, Cloud-Back-ups oder Gaming.

👉 Jetzt Angebote vergleichen

Für wen lohnt sich ein Glasfaseranschluss?

Ein Glasfaseranschluss ist nicht nur dann sinnvoll, wenn Sie heute bereits eine Gigabit-Verbindung benötigen. Er schafft vor allem eine Infrastruktur, über die sich bei Bedarf auch zukünftig höhere Bandbreiten bereitstellen lassen.

Besonders interessant ist FTTH beispielsweise, wenn mehrere Personen gleichzeitig online sind, regelmäßig große Dateien hoch- oder herunterladen, im Homeoffice arbeiten oder viele vernetzte Geräte verwenden.

Auch im ländlichen Raum kann der Unterschied besonders deutlich sein. Wo lange Kupferstrecken bislang die verfügbare DSL-Geschwindigkeit begrenzen, schafft ein neu gebautes Glasfasernetz eine andere technische Ausgangssituation.

Trotzdem gilt: Wenn Ihr vorhandener Anschluss Ihren heutigen Bedarf vollständig erfüllt, müssen Sie nicht allein wegen einer höheren Zahl im Tarif wechseln. Bei einem geplanten Glasfaserausbau lohnt es sich jedoch, den langfristigen Nutzen eines Glasfaser-Hausanschlusses mitzudenken, unabhängig davon, welche Bandbreite Sie direkt zum Start buchen.

Fazit: Glasfaser schafft die technische Grundlage für hohe Bandbreiten

Glasfaser überträgt Daten mithilfe von Lichtsignalen und ermöglicht dadurch hohe Bandbreiten, geringe Signalverluste und stabile Verbindungen. Besonders bei FTTH reicht die Glasfaser bis zum eigentlichen Anschlussort und ersetzt damit Kupfer auf der letzten Strecke.

Ob Glasfaser bereits bei Ihnen verfügbar ist und welcher Tarif zu Ihrem Bedarf passt, hängt von Ihrer Adresse und Ihrem Nutzungsverhalten ab.

Prüfen Sie deshalb zuerst Ihre Verfügbarkeit und vergleichen Sie anschließend die für Ihre Adresse verfügbaren LEO HOME+ FIBER-Angebote. Weitere Begriffe und Erklärungen finden Sie zudem in unserem Leoxikon.

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